Die Mittelschule Erbendorf fasste nach mehreren Fällen des Handymissbrauchs den Entschluss, die Mittelschüler über die Gefahren beim Umgang mit dem Internet aufzuklären.

Im Juni 2017 kam Frau Kriminalhauptkommissarin Carrera von der Kripo Weiden in die 5., 6. und 7. Klassen der Mittelschule, um die Schülerinnen und Schüler umfassend über dieses aktuelle Thema zu informieren. Viele Kinder und Jugendliche surfen viel zu unbefangen im Netz und klicken dabei Webseiten an, die für sie nicht geeignet sind oder gar jugendgefährdende Inhalte haben. Das können Internetportale sein, die sexuelle Darstellungen zeigen, Gewalt verherrlichen oder rechtsextremistische Parolen verbreiten. Die Folgen, z. B. des Ansehens von Pornofilmen oder von gewaltverherrlichenden Videos, können für die Heranwachsenden dramatisch sein und reichen von einer verstörenden Wirkung über Angstzustände und Alpträume bis zur dauerhaften Traumatisierung.

Frau Carrera warnte die Schülerinnen und Schüler auch davor, allzu leichtfertig und gedankenlos mit dem Smartphone umzugehen, denn dadurch kann man – ohne das man es möchte – mit dem Gesetz in Konflikt kommen. Sie nannte dazu einige Beispiele:

  • Das Hochladen von Bildern, die man z. B. von Freunden gemacht hat, kann zur Straftat werden, wenn man es ohne Einverständnis der Fotografierten tut. Diese haben nämlich ein Recht auf das eigene Bild.
  • Das Ins-Netz-Stellen der Lieblingssongs verletzt das Urheberrecht und kann schnell einige tausend Euro kosten.
  • Das Weitersenden von verbotenen Inhalten – meist von Bildern oder Videos oder auch von Texten – wird hart bestraft. Das heißgeliebte Smartphone oder der PC wird im Falle der Entdeckung von der Polizei beschlagnahmt und man bekommt die teuren Geräte nie wieder.
  • Cybermobbing – das absichtliche Bedrohen, Beleidigen, Bloßstellen oder Belästigen anderer durch die modernen Kommunikationsmittel, z. B. in WhatsApp – ist strafbar. Selbst strafunmündige Schüler können aus diesem Grund zur Zahlung von Schmerzensgeld verurteilt werden.
  • Das Drehen eines „Spaßvideos“ kann böse Folgen haben, wenn damit leichtfertig Straftaten, wie z. B. Körperverletzung, Bedrohung oder Beleidigung, begangen werden.

Was kann man nun als Heranwachsender tun, wenn man merkt, dass man Probleme mit dem Web hat, und alleine nicht mehr klarkommt? Die Eltern sind hier natürlich die wichtigsten Ansprechpartner für die Kinder und Jugendlichen. Deshalb fand parallel zur Aufklärung der Schüler in den Klassen ein Elternabend in der Grund- und Mittelschule statt. Frau Carrera informierte die Erziehungsberechtigten ebenfalls über die „Gefahren und Risiken im WorldWideWeb“ und gab Tipps, was Eltern schon bei der Anschaffung eines Handys beachten sollten. Eine wichtige Internetadresse für Erziehende ist dabei www.klicksafe.de. Auf dieser Webseite findet man ausführliche Informationen zum Thema „Richtiger Umgang mit dem Internet“, wichtige Verhaltensregeln und viele hilfreiche Tipps.

Die Internetprävention der Kripo Weiden soll aber nicht die einzige Aktion an der Schule bleiben: In den Klassen 5 bis 7 wird das Thema unter anderem durch eine thematisch passende Lektüre sowie durch die Gestaltung im Kunstunterricht weitergeführt und vertieft.